Mit großer Freude und ebenso großem Verantwortungsbewusstsein wurde die „Martha‑Müller‑Grählert‑Schule“ in Franzburg am 27. März 2026 in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Diese Auszeichnung ist kein Etikett, sondern ein Auftrag: Wir verpflichten uns als gesamte Schulgemeinschaft, aktiv für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und demokratisches Miteinander einzustehen.

Was bedeutet Courage für uns?
Courage heißt für uns, nicht wegzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden. Es bedeutet, Haltung zu zeigen – im Unterricht, auf dem Schulhof, in digitalen Räumen und im Alltag. Mutiges Handeln beginnt im Kleinen: ein Wort der Unterstützung, ein klares „Stopp“, ein solidarischer Blick.
Courage heißt aber auch, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Genau hier verbindet sich unser Engagement im Netzwerk mit unserem pädagogischen Selbstverständnis.
Demokratieförderung als Kern unseres Bildungsauftrags
Als Schule tragen wir die Verantwortung, junge Menschen zu befähigen, demokratische Prozesse zu verstehen, kritisch zu reflektieren und aktiv mitzugestalten. Demokratieförderung bedeutet für uns:
- Räume zu schaffen, in denen Schülerinnen und Schüler ihre Meinung frei äußern können,
- ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen,
- und sie zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen – für sich, für andere und für das Gemeinwesen.
Dieser Auftrag verbindet sich unmittelbar mit unserem Engagement im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und bildet die Grundlage für eine Schule, in der demokratische Werte nicht nur vermittelt, sondern gelebt werden.
Politische Bildung mit Haltung: Der Beutelsbacher Konsens als Grundlage unserer Arbeit
Die Werte des Netzwerks lassen sich nur dann nachhaltig leben, wenn politische Bildung verantwortungsvoll gestaltet wird. Für uns Lehrkräfte bildet dabei der Beutelsbacher Konsens einen zentralen Orientierungsrahmen. Seine drei Grundsätze prägen unser tägliches pädagogisches Handeln.
1. Überwältigungsverbot – Wir stärken Urteilsfähigkeit, nicht Meinungen
Politische Bildung darf nicht indoktrinieren. Schülerinnen und Schüler sollen sich ein eigenständiges Urteil bilden können. Deshalb vermeiden wir jede Form der Überrumpelung oder einseitigen Einflussnahme.
Wir schaffen Lernräume, in denen junge Menschen Fragen stellen, Zweifel äußern und eigene Positionen entwickeln dürfen – ohne Druck, aber mit Unterstützung.
2. Kontroversitätsgebot – Vielfalt der Perspektiven sichtbar machen
Was in Wissenschaft und Gesellschaft kontrovers diskutiert wird, behandeln wir auch im Unterricht kontrovers. Wir verschweigen keine Positionen und setzen uns bewusst mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinander.
Gerade im Kontext von Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftlicher Vielfalt ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler lernen, Argumente abzuwägen, Widersprüche auszuhalten und respektvoll zu debattieren.
3. Interessenorientierung – Jugendliche befähigen, selbst aktiv zu werden
Politische Bildung endet nicht beim Verstehen – sie führt zum Handeln. Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler darin, ihre eigene Interessenlage zu erkennen, gesellschaftliche Situationen zu analysieren und Wege zu finden, diese aktiv mitzugestalten.
Ob in Projekten, im Klassenrat, in Schülervertretungen oder im Engagement für ein diskriminierungsfreies Schulklima: Wir möchten junge Menschen befähigen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimme zu nutzen.
Unser gemeinsamer Weg
Mit dem Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichten wir uns, kontinuierlich an einer Schule zu arbeiten, in der Vielfalt geschätzt und demokratische Werte gelebt werden.
Diese Verpflichtung gilt für alle: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Mitarbeitende und Partner der Schule.
Wir freuen uns auf Projekte, Diskussionen, Workshops und Aktionen, die unsere Schule noch offener, mutiger und solidarischer machen.
Denn Courage ist kein Zustand – Courage ist eine Haltung.