Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Mit großer Freude und ebenso großem Verantwortungsbewusstsein wurde die „Martha‑Müller‑Grählert‑Schule“ in Franzburg am 27. März 2026 in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Diese Auszeichnung ist kein Etikett, sondern ein Auftrag: Wir verpflichten uns als gesamte Schulgemeinschaft, aktiv für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und demokratisches Miteinander einzustehen.

Unser Weg bis zur Aufnahme ins Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“:

Der Weg zum „Ja“ – zwei Jahre Entwicklung

Ende 2023 stellte die Schulleitung dem Schülerrat erstmals das Courage‑Netzwerk vor. Die Reaktionen waren zunächst zurückhaltend – verständlich, denn ein solches Projekt bedeutet Verantwortung für die gesamte Schulgemeinschaft.

Doch die Schülervertretungen entschieden sich für einen offenen Austausch mit Frau Lohmann vom Courage‑Netzwerk. Dieses Gespräch wurde zum Wendepunkt:

Die Vertreterinnen und Vertreter der Schülerschaft diskutierten intensiv, ernsthaft und mit bemerkenswerter Reife. Am Ende stand ein einstimmiges Votum:

„Ja, wir wollen Teil des Courage‑Netzwerks sein!“

Eine Initiativgruppe entsteht

Aus diesem einstimmigen „Ja“ entwickelte sich eine Initiativgruppe, die sich der anspruchsvollen Aufgabe stellte, die gesamte Schulgemeinschaft zu überzeugen. Denn für die Aufnahme ist eine Zustimmung von mindestens 70 % aller anwesenden Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitenden erforderlich.

Mit Kreativität, Ausdauer und viel Überzeugungsarbeit gelang es der Gruppe, dieses Ziel zu erreichen – und sogar zu übertreffen:
72 % Zustimmung, über 400 Menschen, die sich klar für Courage ausgesprochen haben.

Ein starkes Signal der jungen Generation an die Erwachsenen in unserer Region.

Wer dieses Ergebnis möglich gemacht hat

Besonders hervorheben möchten wir die Schülerinnen und Schüler, die sich in der Initiativgruppe, in der Vorbereitung, in der Kommunikation und in der Überzeugungsarbeit engagiert haben:

Alina Hiepler
Anni Hackbarth
Dustin Köster
Elias Drews
Ella Nurkewitz
Emil Brandstädter
Helene Heyden
Jadiene Weisheit
Joy Wieczorek
Lina Krumm
Lucas Kröger
Lucy Timm
Mia Rosenthal
Pauline Raesch
Sam Meyer
Tamina Kohs
Emma Koch
Merlin Schade
Paula Peuß
Nico Bromberger
Adele Bösefeld
Levin Turban

Unterstützt wurde die Gruppe von Frau Lipke sowie unserer Schulsozialarbeiterin Frau Johanns, die beide wertvolle Impulse gaben und die Schülerinnen und Schüler bei der adressatengerechten Präsentation ihres Anliegens begleiteten – von Klasse 1 bis 10, vom Kollegium bis zum weiteren Personal.

Ein gemeinsamer Erfolg

Die Aufnahme in das Courage‑Netzwerk ist nicht nur ein organisatorischer Schritt, sondern ein Ausdruck gelebter Haltung. Sie zeigt, dass unsere Schülerinnen und Schüler bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen und ihre Schule aktiv mitzugestalten.

Wir sind stolz auf dieses Engagement und freuen uns auf die kommenden Projekte, die aus dieser Entscheidung erwachsen werden.

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Was bedeutet Courage für uns?

Courage heißt für uns, nicht wegzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden. Es bedeutet, Haltung zu zeigen – im Unterricht, auf dem Schulhof, in digitalen Räumen und im Alltag. Mutiges Handeln beginnt im Kleinen: ein Wort der Unterstützung, ein klares „Stopp“, ein solidarischer Blick.

Courage heißt aber auch, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Genau hier verbindet sich unser Engagement im Netzwerk mit unserem pädagogischen Selbstverständnis.

Demokratieförderung als Kern unseres Bildungsauftrags

Als Schule tragen wir die Verantwortung, junge Menschen zu befähigen, demokratische Prozesse zu verstehen, kritisch zu reflektieren und aktiv mitzugestalten. Demokratieförderung bedeutet für uns:

  • Räume zu schaffen, in denen Schülerinnen und Schüler ihre Meinung frei äußern können,
  • ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen,
  • und sie zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen – für sich, für andere und für das Gemeinwesen.

Dieser Auftrag verbindet sich unmittelbar mit unserem Engagement im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und bildet die Grundlage für eine Schule, in der demokratische Werte nicht nur vermittelt, sondern gelebt werden.

Politische Bildung mit Haltung: Der Beutelsbacher Konsens als Grundlage unserer Arbeit

Die Werte des Netzwerks lassen sich nur dann nachhaltig leben, wenn politische Bildung verantwortungsvoll gestaltet wird. Für uns Lehrkräfte bildet dabei der Beutelsbacher Konsens einen zentralen Orientierungsrahmen. Seine drei Grundsätze prägen unser tägliches pädagogisches Handeln.

1. Überwältigungsverbot – Wir stärken Urteilsfähigkeit, nicht Meinungen

Politische Bildung darf nicht indoktrinieren. Schülerinnen und Schüler sollen sich ein eigenständiges Urteil bilden können. Deshalb vermeiden wir jede Form der Überrumpelung oder einseitigen Einflussnahme.

Wir schaffen Lernräume, in denen junge Menschen Fragen stellen, Zweifel äußern und eigene Positionen entwickeln dürfen – ohne Druck, aber mit Unterstützung.

2. Kontroversitätsgebot – Vielfalt der Perspektiven sichtbar machen

Was in Wissenschaft und Gesellschaft kontrovers diskutiert wird, behandeln wir auch im Unterricht kontrovers. Wir verschweigen keine Positionen und setzen uns bewusst mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinander.

Gerade im Kontext von Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftlicher Vielfalt ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler lernen, Argumente abzuwägen, Widersprüche auszuhalten und respektvoll zu debattieren.

3. Interessenorientierung – Jugendliche befähigen, selbst aktiv zu werden

Politische Bildung endet nicht beim Verstehen – sie führt zum Handeln. Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler darin, ihre eigene Interessenlage zu erkennen, gesellschaftliche Situationen zu analysieren und Wege zu finden, diese aktiv mitzugestalten.

Ob in Projekten, im Klassenrat, in Schülervertretungen oder im Engagement für ein diskriminierungsfreies Schulklima: Wir möchten junge Menschen befähigen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimme zu nutzen.

Unser gemeinsamer Weg

Mit dem Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichten wir uns, kontinuierlich an einer Schule zu arbeiten, in der Vielfalt geschätzt und demokratische Werte gelebt werden.

Diese Verpflichtung gilt für alle: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Mitarbeitende und Partner der Schule.

Wir freuen uns auf Projekte, Diskussionen, Workshops und Aktionen, die unsere Schule noch offener, mutiger und solidarischer machen.

Denn Courage ist kein Zustand – Courage ist eine Haltung.